15.01.2025 | Lesezeit: 5 Min.

Die Solarenergie in der Schweiz erlebt einen beeindruckenden Aufschwung. In diesem Artikel beleuchten wir das Thema umfassend und geben Ihnen wertvolle Tipps.
Die Schweiz hat ambitionierte Klimaziele. Die installierte PV-Leistung waechst jaehrlich um über 30%, und die Kosten sind um mehr als 80% gesunken.
Amortisation in 10-14 Jahren. Die EIV deckt bis zu 30% der Kosten. Steigende Strompreise verbessern die Rechnung weiter.
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Die Energiestrategie 2050 des Bundes setzt auf einen massiven Ausbau der Solarenergie in der Schweiz. Bis 2050 soll die installierte PV-Leistung auf über 35 Gigawatt ansteigen – mehr als das Zehnfache der aktuellen Kapazität. Diese Transformation bietet Hausbesitzern, Unternehmen und Gemeinden enorme Chancen. Die Kosten für Solarmodule sind in den letzten zehn Jahren um über 80 Prozent gesunken, während die Wirkungsgrade stetig gestiegen sind. Im Mittelland produziert eine optimal ausgerichtete 10-kWp-Anlage jährlich 10’000 bis 12’000 kWh sauberen Strom. Die Einmalvergütung (EIV) von Pronovo deckt 20 bis 30 Prozent der Investitionskosten und macht den Einstieg in die Solarenergie noch attraktiver.
Neben der nationalen Einmalvergütung bieten zahlreiche Kantone zusätzliche Förderprogramme für Solaranlagen. Der Kanton Zürich unterstützt Batteriespeicher mit bis zu CHF 3’000, der Kanton Thurgau fördert Heimspeicher mit CHF 200 pro kWh, und der Kanton Bern bietet erhöhte Beiträge für gebäudeintegrierte Photovoltaik. Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Investitionskosten sowohl bei der Bundessteuer als auch bei den kantonalen Steuern reduziert die Nettokosten um weitere 15 bis 25 Prozent. Bei einer 10-kWp-Anlage mit Gesamtkosten von CHF 22’000 verbleiben nach Abzug aller Förderungen und Steuervergünstigungen oft nur CHF 12’000 bis CHF 15’000 Eigeninvestition. Die Amortisation erfolgt je nach Eigenverbrauchsanteil in 8 bis 14 Jahren.
Der Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstroms ist in der Schweiz der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit. Die Differenz zwischen dem Strompreis von 25 bis 35 Rappen pro kWh und dem Rückspeisetarif von 6 bis 12 Rappen macht jede selbst genutzte Kilowattstunde besonders wertvoll. Durch intelligentes Energiemanagement, Batteriespeicher und die Kopplung mit Wärmepumpe und Elektroauto lässt sich der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 Prozent steigern. Für Mehrfamilienhäuser ermöglicht das Schweizer Energiegesetz den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), bei dem Solarstrom direkt an Mieter verkauft werden kann. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit und macht Solarenergie auch für Vermieter und Stockwerkeigentümer attraktiv.
Der Schweizer Solarmarkt profitiert von rasanten technologischen Fortschritten. Monokristalline PERC-Module mit Wirkungsgraden von 20 bis 22 Prozent sind heute Standard. Die nächste Generation der Heterojunction-Technologie (HJT), wie sie der Schweizer Hersteller Meyer Burger in Thun produziert, erreicht bereits über 24 Prozent Wirkungsgrad. Bifaziale Module nutzen auch das von der Rückseite reflektierte Licht und erzielen auf hellen Unterflächen 5 bis 15 Prozent Mehrertrag. Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) mit farbigen Modulen ermöglicht ästhetisch anspruchsvolle Lösungen, die auch in denkmalgeschützten Zonen zunehmend akzeptiert werden. Transparente Solarmodule für Fenster und Fassaden befinden sich in der Entwicklung.
Die Kombination von Solaranlage und Elektroauto ist in der Schweiz besonders sinnvoll. Ein Elektroauto verbraucht bei einer jährlichen Fahrleistung von 15’000 Kilometern rund 2’500 bis 3’000 kWh Strom. Mit einer PV-Anlage und einem intelligenten Lademanagement kann ein erheblicher Teil davon direkt mit Solarstrom gedeckt werden. Die Einsparung gegenüber dem Bezug aus dem Netz beträgt CHF 500 bis CHF 800 pro Jahr. Wallbox-Lösungen von Herstellern wie ABL, Fronius oder go-e ermöglichen die Überschussladung, bei der das Auto nur dann lädt, wenn genügend Solarstrom vorhanden ist. Bidirektionales Laden (Vehicle-to-Home) wird ab 2026 von ersten Fahrzeugherstellern unterstützt und macht das E-Auto zum mobilen Speicher.
Die Kombination von Solaranlage und Wärmepumpe ist in der Schweiz eine der effizientesten Massnahmen zur Reduktion der Energiekosten und des CO2-Ausstosses. Eine Wärmepumpe verbraucht jährlich 3’000 bis 6’000 kWh Strom für Heizung und Warmwasser. Mit einer ausreichend grossen PV-Anlage und einem Batteriespeicher kann im Sommer nahezu der gesamte Strombedarf für die Wärmepumpe solar gedeckt werden. Intelligente Steuerungen erhöhen die Vorlauftemperatur bei Solarstromüberschuss und nutzen den Wärmespeicher des Gebäudes als thermischen Puffer. Die Gesamtinvestition für Solaranlage, Speicher und Wärmepumpe liegt bei CHF 45’000 bis CHF 70’000, wird aber durch Förderungen und Steuervorteile erheblich reduziert.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Solaranlagen in der Schweiz sind grundsätzlich förderlich. Seit 2022 sind PV-Anlagen in den meisten Fällen meldepflichtig statt bewilligungspflichtig, was den bürokratischen Aufwand erheblich reduziert. Das revidierte Energie- und Stromversorgungsgesetz stärkt die Rechte von Solarstromproduzenten und vereinfacht den Netzzugang. Die Pflicht zur Installation von Solaranlagen bei Neubauten wird in immer mehr Kantonen eingeführt. Die Einspeisevergütung ist durch das Energiegesetz geregelt und wird vom lokalen Netzbetreiber festgelegt. Wichtig für Hausbesitzer: Die Investitionskosten sind bei der Bundessteuer und den meisten kantonalen Steuern als energetische Massnahme abzugsfähig, was die Nettokosten erheblich senkt.
Eine 10-kWp-Solaranlage in der Schweiz vermeidet jährlich rund 4 bis 5 Tonnen CO2-Emissionen im Vergleich zum durchschnittlichen europäischen Strommix. Über die Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren summiert sich die Einsparung auf 100 bis 150 Tonnen CO2. Die Energierückgewinnungszeit, also die Zeit, bis die Anlage mehr Energie produziert hat, als für ihre Herstellung benötigt wurde, beträgt in der Schweiz nur 1,5 bis 2,5 Jahre. Danach liefert die Anlage über 20 Jahre lang saubere Energie ohne Emissionen. Zudem sind moderne Solarmodule zu über 95 Prozent recycelbar, und erste Recyclinganlagen in der Schweiz und in Deutschland verarbeiten bereits ausgediente Module.
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